DigitalXchange 2026 – Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehen zusammen

Die DigitalXchange 2026 zog als 10-jähriges Jubiläumsevent am 10.09.2026 über 700 Teilnehmende an den Campus Gummersbach der TH Köln und die Halle 51. Der Innovation Hub Bergisches RheinLand bot Besucherinnen und Besuchern mit seiner Konferenz wieder ein weites Forum für den B2B-Austausch und das professionelle Networking. Die interaktiven Innovationsräume und die Modellfabrik machten die theoretischen Impulse aus den über 40 Vorträgen direkt erlebbar und schafften damit eine hohe Praxisnähe.

Die tiefe Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen wie Künstliche Intelligenz (KI), Cyber Security, Nachhaltigkeit, neue Arbeitswelten und digitale Transformation bot dem regionalen Mittelstand konkrete, direkt umsetzbare Werkzeuge. Der Austausch auf Augenhöhe stärkte spürbar die Vernetzung zwischen regionaler Wirtschaft und Wissenschaft.
Der Track Nachhaltigkeit bereitete vor und moderierte Dr. Bettina Knothe von der :bergischen rohstoffschmiede.

Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe

Ranga Yogeshwar
©DigitalXchange-Konferenz 2026

Dass Digitalisierung neben der Wichtigkeit technischer Innovationen zentral auch eine sozio-kulturelle Angelegenheit ist, die wir als Gesellschaft zwingend in den Blick nehmen müssen, war der abschließende Appell von Wissenschaftler und Journalist Ranga Yogeshwar in seinen Eröffnungsvortrag der Konferenz zum Thema „Mensch und Maschine wer programmiert wen?“.

Hier knüpften die Impulse und Diskussionen im Track Nachhaltigkeit direkt an. Sie zeigten, dass technologischer Fortschritt, geschäftlicher Erfolg und ökologische sowie soziale Verantwortung in der modernen Wirtschaft eine untrennbare strategische Achse bilden. Gilt auch für das Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. In fünf Fachvorträgen beleuchteten Branchenexpertinnen und -experten die Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Regulatorik, transformativen Geschäftsmodellen und der Resilienz von Belegschaften.

Grüne IT als Fundament des Unternehmenserfolgs

Guido Cuypers-Koslowski

Guido Cuypers-Koslowski (ennit GmbH) thematisierte unter dem Titel „Digitale Nachhaltigkeit als Booster für den Unternehmenserfolg“ den steigenden Ressourcenbedarf, den die digitale Innovation bei Energie, Kühlung und Lieferketten verursacht. Seine zentrale These: Technologie ist nur dann zukunftsfähig, wenn sie ökologisch verantwortungsvoll gestaltet wird und alle Stakeholder mit in den Blick nimmt. Dies erfordert den gezielten Einsatz energieeffizienter IT-Infrastrukturen,  nachhaltiger Rechenzentrumsarchitekturen zur messbaren CO₂-Reduktion und Standortbedingungen, die soziale und ökologische Nachhaltigkeitsfaktoren befördern.

Industrielle Transformation durch Ressourceneffizienz

Hannes Rötzel (Siemens Industry Software GmbH) demonstrierte in seinem Vortrag „Mehr Nachhaltigkeit. Mehr Geschäftserfolg“ am Beispiel des Digitalen Zwillings, wie die Fertigungs- und Prozessindustrie ihre Wertschöpfungsketten durch digitale Technologien optimieren kann. Der strategische Fokus von Siemens liegt hierbei auf den Kernbereichen: Dekarbonisierung und Steigerung der Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und optimierte Ressourcennutzung, Menschenzentrierung als Treiber für gesellschaftlichen Fortschritt.

Hannes Rötzel

Nachhaltigkeit steigert nachweislich dann die Rentabilität, wenn Kosten für Nachhaltigkeitsnachsorge und Klimawandelanpassungsmaßnahmen von vorne konsequent mit berechnet werden.

Biodiversität als regulatorischer und ökonomischer Faktor

Thomas Bernhardt (dhpg) legte in seinem Vortrag „Warum Biodiversität zu einem stragegischen Businessthema wird“ dar, dass Biodiversität über die regulatorische Pflicht – wie die Erfüllung  des EU- Berichtsstandard ESRS (European Sustainability Reporting System) im Abschnitt E4 (Biologische Vielfalt und Ökosysteme) – hinaus ein bedeutsames Thema ist. Unternehmen sowie der Finanzsektor müssen die ökonomische Bedeutung von Ökosystemleistungen zunehmend in Bezug auf Rohstoffverfügbarkeit, Lieferketten und Risikomanagement analysieren, um langfristige Abhängigkeiten zu minimieren.

Thomas Bernhardt

Für Branchen und Unternehmen, die in ihrem Kerngeschäft von Ökosystemdienstleistungen, wie Rohstoffverfügbarkeit, Wasser und Energie abhängen (u.a. Landwirtschaft, Chemie-, Nahrung- und Bekleidungsindustrie) wird Nachhaltigkeit daher zukünftig zum zentralen Businessthema. Die Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen der CSRD-Richtlinie der EU (Corporate Sustainability Reporting Directive) kann dabei für Unternehmen ein gutes Instrument darstellen.

Wissenstransfer zwischen KMU und Impact-Unternehmen

Dr. Julia Reckfort (novaris – impact development) analysierte in ihrem Vortrag „Was klassische KMU von Impact-Unternehmen lernen können – und umgekehrt“ die strategischen Impulse, welche Impact-Unternehmen, deren Kerngeschäft bereits auf gesellschaftliche Wirkung ausgerichtet ist, für KMU bieten.

Dr. Julia Reckfort

Nachhaltige Kriterien wie regionale Lieferketten, faire Löhne und ökologische Materialien wandeln sich für KMU rasant von der Freiwilligkeit zur Pflicht. Unternehmen, die in ihrem Geschäftsmodell nachhaltige Wirkung und Wirtschaftlichkeit auf Augenhöhe bringen und damit einen echten gesellschaftlichen Mehrwert ihres Angebots definieren, werden sich damit langfristig erfolgreich am Markt verorten.

Der Faktor Mensch in der Transformation

Christiane Kaiser und Agathe Ziegler widmeten sich in ihrem Vortrag „Gesunde Teams, wirksamer Wandel – warum der Mensch über den Erfolg der Transformation entscheidet“ der Resilienz von Teams in Zeiten digitaler und ökologischer Veränderungsprozesse. Da Transformationen in einer von Polykrisen geprägten Welt oft an hohem Erwartungsdruck und begrenzten Ressourcen stocken, erfordert anhaltender Erfolg neue Modelle des Lernens und der Zusammenarbeit.

Agathe Ziegler & Christiane Kaiser

Denn: Transformationsprozesse stellen Teams vor große Herausforderungen. Es gilt daher, die Handlungsfähigkeit und psychische Gesundheit von Teams sichern, statt zu Erschöpfung zu führen. Die Teilnehmenden hatten im Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit, eine praxisnahe, von der Natur inspirierte Methode für das lösungsorientierte Bearbeiten von konkreten betrieblichen Herausforderungen selbst zu erproben.

Gestalten Sie die Zukunft Ihres Unternehmens aktiv mit

Die Erkenntnisse aus dem Track Nachhaltigkeit zeigen deutlich, dass nachhaltiges Wirtschaften und Digitalisierung keine voneinander getrennten oder gar konkurrierenden Arbeitsfelder sind, sondern im Zusammenspiel den Kern zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bilden.

Nutzen Sie das regionale Kompetenznetzwerk der :bergischen rohstoffschmiede, um den Wandel in Ihrem Betrieb konkret anzugehen. Das vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) und der TH Köln getragene Netzwerk richtet sich an klein- und mittelständische Unternehmen im Bergischen RheinLand. Es bietet KMU an, Potenziale für eine zirkuläre Ressourcenwirtschaft zu identifizieren und praxistauglich umzusetzen.
Informieren Sie sich über aktuelle Termine und Fachangebote unter www.bergische-rohstoffschmiede.de, um gemeinsam konkrete Maßnahmen für Ihre nachhaltige zirkuläre Transformation zu entwickeln.